Schöne Aussichten

Denn sie wissen nicht, was sie studieren

Die Tagespost | 12.05.17

Wie aus Veröffentlichungen des statistischen Bundesamts hervorgeht, haben im Wintersemester 2016/17 in Deutschland rund 505 000 Schulabgänger ein Studium begonnen – das sind ungefähr 150 000 mehr als noch zehn Jahre zuvor. Schätzungen der OECD zufolge schließen jedoch nur annähernd 36 Prozent davon das Studium erfolgreich ab. Dies bedeutet im Umkehrschluss: Eine beträchtliche Kohorte sitzt da, spielt mit dem Handy, versackt bei Facebook, kommt nicht mit und trägt zur Senkung des Unterrichtsniveaus bei. […] Es mangelt an Lese- und Verstehenskompetenz wie gleichsam an Neugier. Nicht wenige haben den geringsten Schimmer von dem Thema jenes Seminar, zu dem sie sich anmelden. Hauptsache es passt in den Stundenplan. Der Rest wird sich schon ergeben. Und wer mehr einfordert, dem wird gesagt: Chill mal!

Kommentar:

Als Kommentar ein paar Auszüge aus dem Grundsatzprogramm der AfD:
https://www.afd.de/wp-content/uploads/sites/111/2017/01/2016-06-27_afd-grundsatzprogramm_web-version.pdf
Seite 52:
„Die Änderung des bewährten Studiensystems durch die Einführung von Bachelor- und Masterstudiengängen (Bologna-Prozess) war insgesamt ein Missgriff. Speziell nach dem Bachelor-Abschluss ist die Qualifikation der Absolventen für den Arbeitsmarkt häufig nicht zufriedenstellend. Unbeschadet der Gültigkeit erworbener Bachelor- und Mastergrade fordert die AfD die Rückkehr zu den bewährten Studienabschlüssen Diplom, Magister und Staatsexamen und den entsprechenden Regularien.“
Seite 53:
„Ständig sinkende schulische Anforderungen haben dazu geführt, dass mit bestandenem Abitur die Hochschulreife nicht mehr gesichert ist. Die Anforderungen an Studenten dürfen sich keinesfalls dem gesunkenen Niveau anpassen, sondern müssen sich an den international höchsten Standards ausrichten. Die AfD fordert deshalb leistungs- und eignungsbezogene Auswahlverfahren für verschiedene Hochschultypen. Es gilt „Qualität vor Quantität.“ […]
„Eine Politik, die eine nach unten nivellierende Einheitsschule anstrebt und dabei einen Qualitätsverlust in Kauf nimmt, bedroht die Zukunftsfähigkeit junger Menschen und die Konkurrenzfähigkeit unserer Wirtschaft. Wir befürworten uneingeschränkt das Leistungsprinzip. Schüler haben ein Recht darauf, in einem nach oben und unten durchlässigen Schulsystem Erfolge und Niederlagen zu erfahren.“ […]
„Die Bildungsstandards in allen Schulformen müssen sich an den höchsten in Deutschland ausrichten, um unseren Schulabgängern die besten Chancen in Ausbildung und Studium zu sichern. Die Wissensvermittlung (Kenntnisse, Fähigkeiten, Fertigkeiten, Lernstrategien) muss zentrales Anliegen der Schule bleiben. Wir wollen uns dafür einsetzen, dass an den Oberschulen wieder Bildungsinhalte im Mittelpunkt eines vom Fachlehrer geleiteten Unterrichts stehen und Kompetenzen ihnen untergeordnet bleiben. Leistungsanforderungen und Notengebung müssen bundesweit vergleichbar sein. Zugangsvoraussetzung für das Gymnasium dürfen allein landesweit verbindliche Leistungskriterien sein. Das Abitur muss wieder eine Hochschulreifeprüfung werden.“
Fazit: Es gibt also eine Alternative. Nur muss man sie auch wählen.

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