Sie werden sich die Augen reiben – wegen des FAZ-Artikels aus dem Jahr 2010, wegen Helmut Schmidt und Willy Brandt sowie wegen der Leserkommentare

Ausländer in Deutschland: Einwanderungsland wider Willen

FAZ | 11.10.10

Das SPD-Präsidium, das sich dem vom Charlottenburg-Wilmersdorfer Ortsverband angestrengten Parteiordnungsverfahren gegen Thilo Sarrazin angeschlossen hat, sollte sein Vorhaben überdenken. Denn möglicherweise müsste es auch den früheren Bundeskanzler Helmut Schmidt aus der Partei ausschließen. Er hat sich zwar nie für angeblich genetisch bedingte Intelligenzunterschiede interessiert, sich aber mehrfach kritisch über die Folgen ungesteuerter Zuwanderung geäußert. Eine „kulturelle Einbürgerung“ der ausländischen Einwohner sei bisher nur „sehr unzureichend gelungen“, schreibt er zum Beispiel in „Außer Dienst“, seinem vor zwei Jahren erschienenen politischen Vermächtnis, und folgert: „Wer die Zahlen der Muslime in Deutschland erhöhen will, nimmt eine zunehmende Gefährdung unseres inneren Friedens in Kauf.“ […] Willy Brandt meinte im Januar 1973 im Deutschen Bundestag, man müsse „sehr sorgsam überlegen, wo die Aufnahmefähigkeit unserer Gesellschaft erschöpft ist“.

Kommentar:

Der Artikel endet mit dem Satz: „De facto ist Deutschland seit Jahrzehnten Einwanderungsland, doch verhält es sich nicht so. Klassische Einwanderungsländer wählen ihre Neubürger nach beruflichen Qualifikationen und nationalen Interessen aus; in Deutschland genügt seit 1973 ein Trauschein. Die Kosten dieser Fehlsteuerung übersteigen den anfänglichen Gewinn aus der Anwerbung längst um ein Vielfaches.“
Frage: Sind Ihnen beim Lesen des Artikels auch die Augen immer größer geworden? Und was sagen Sie zu dem folgenden Kommentar eines Lesers (vor 7 Jahren!):
„Der Artikel von Frau Rasche ist fundiert und legt „den Finger auf die Wunde“. Er unterscheidet sich damit wohltuend, von dem sonst eher vernebelnden Soziologen- und Politikergeschwätz rot-grüner Färbung. Besonders Claudia Roth geht tierisch auf die Nerven.
Die Regeln für den Familiennachwuchs sollten europaweit harmonisiert werden, aber mit dem Ziel, diesen einzuschränken. Warum kann die Familienzusammenführung nicht z.B. in der Türkei erfolgen? So wie es momentan läuft, kommen immer wieder fast Analphabeten mit geringen Deutschkenntnissen ins Land, die häufig das Heer der Sozialhilfeempfänger verstärken.
Außerdem macht der Artikel deutlich, dass alle Bundeskanzler seit Brandt über Schmidt, Kohl und Schröder die Sprengkraft der türkischen Einwanderung völlig verkannt haben Merkel sieht zwar die Lage, ist aber schon zu schwach gegenüber Erdogan, der zunehmend diese Frage moderiert.“
Und das schreibt ein Leser schon vor 7 Jahren!

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