Kind in „Sippenhaft“?

Kind in „Sippenhaft“?

Schulleitung beschließt – Kind von Berliner AfD-Politiker darf nicht auf Waldorfschule

Focus | 14.12.18

Eine Waldorfschule hat sich nun definitiv entschieden, das Kind eines Berliner AfD-Abgeordneten nicht aufzunehmen. Dabei hat das Kind bereits die dortige Waldorf-Kita besucht. Vorausgegangen war eine Elternversammlung, bei der über die Aufnahme des Kindes kontrovers diskutiert wurde. Zudem mussten sich der AfD-Abgeordnete und seine Ehefrau Ende November bei einem Treffen mit etwa 20 Lehrern befragen lassen, auch zu politischen Ansichten.

Kommentar:

Die Nicht-Aufnahme eines Kindes ist nicht der Skandal; denn davon waren auch 109 andere Kinder betroffen. Skandalös ist die Begründung und noch mehr die Tatsache, dass die Eltern sich (vor einem Tribunal) von „etwa 20 Lehrern befragen lassen mussten, auch zu politischen Ansichten“. Das mussten die anderen Eltern offenbar nicht, obwohl man auch deren politische Einstellung nicht kennt.

 

Hier noch 5 Leserkommentare dazu:

 

1) Ihr lieben Foristen aus den alten Bundesländern, genauso müsst ihr euch das Leben in der DDR vorstellen! Nur seid ihr bereits mitten drin und bekommt es noch nicht einmal mit.
Antwort eines anderen Lesers:
Sehr gut!!! Überhaupt muss mal angemerkt werden, dass nun auch die Wessis ein Gefühl dafür bekommen, wie es ist, wenn man öffentlich nicht mehr sagen darf, was man wirklich denkt oder weiß. Ins Gefängnis (wie einst in der Zone) kommt man dafür zwar nicht, aber die Karriere ist futsch oder den Job ist man los. Erschreckend die immer öfter anzutreffende Mauer des Schweigens bei den Wessis. Es ist exakt anders herum wie es früher war!

 

2) Artikel 3 Grundgesetz Absatz 3: Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Wir hatten in Deutschland schon mehrmals dunkle Zeiten, in denen Menschen der Zugang zu Schulen aus politischen Gründen verwehrt wurde. Meiner Großmutter wurde vom NS-Regime beispielsweise der Besuch des Gymnasiums verwehrt, weil ihr Vater in der SPD war und sich mit dem Regime nicht gemein machen wollte. Haben wir aus dem Dritten Reich und der SED-Diktatur wirklich so wenig gelernt? Wiederholt sich die Geschichte jetzt mit umgekehrten Vorzeichen? Verträgt unser Gemeinwesen Meinungspluralismus nicht mehr? Ist Sippenhaft wieder en vogue?

 

3) Wann kommt die Forderung, dass AfD-Mitglieder bzw. Sympathisanten dieser Partei, verpflichtet werden, in der Öffentlichkeit das AfD-Zeichen zu tragen? Wie tief ist Deutschland gesunken, wenn schon Kinder für eine politische Einstellung der Eltern bestraft werden! Ähnlich wie in der damaligen DDR, als Kinder drangsaliert wurden, die nicht in der FDJ waren, oder die nicht an der Jugendweihe teilnahmen, weil ihre Eltern in der Kirche aktiv waren! Eine Schande, dass sich ähnliches wiederholt!

 

4) DDR live – Die Damen Kahane, Giffey und Merkel, alle im System der DDR aufgewachsen. Kahane, heute Chefin der SPD Amadeu Antonio Stiftung und damals hauptamtliche Stasiagentin hat die Spitzelbroschüre für die Kindergärten entworfen. Frau Giffey bewirbt die Vermarktung als Ministerin. Als Bundeskanzlerin sichert Frau Merkel parteiübergreifend das ganze Treiben ab. Eigentlich unfassbar. Die DDR mit ihrem Überwachungssystem wurde wieder eingeführt. 50% der Deutschen Bevölkerung machen mit. Alles wieder da. Samt Mauer. Diesmal in den Köpfen. Damals Schulverbote für Pastorenkinder. Heute für Kinder von Mitgliedern einer demokratischen Partei.

 

5) Toleranz der Toleranzfordernden – Ich finde es immer wieder sehr interessant, wie tolerant doch gerade die Personen sind, die stetig Toleranz einfordern. Offensichtlich gilt Toleranz nicht für das eigene Verhalten. Offensichtlich müssen nur immer die Anderen tolerant sein. Es ist beschämend, wie hier ein Kind in Sippenhaft genommen wird

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