MDR zeigt vorbildliches Demokratieverständnis

MDR zeigt vorbildliches Demokratieverständnis

MDR kündigt Höcke-Interview an

Der Tagesspiegel | 24.08.20

Der Rauch um das umstrittene Sommerinterview des RBB mit Andreas Kalbitz ist gerade verflogen. Nun will der MDR Björn Höcke interviewen. […] Wichtig sei dem MDR, dass sich die Menschen mithilfe der Interviews ein Bild von wesentlichen Positionen der politischen Akteure machen können. Entsprechend werde zum Beispiel auch hartnäckig nachgefragt. […] Der Programmpunkt reißt alte Fragen auf. Der Umgang mit AfD-Politikern wird für öffentlich-rechtliche Medien gerade auch im Osten Deutschlands zunehmend kompliziert. Sie vertritt in den Landtagen von Brandenburg, Sachsen oder Thüringen ein Viertel der Wähler. Es braucht keinen Rechenschieber, um sich vorzustellen, dass es auch unter den Zuschauern von RBB und MDR manche AfD-Wähler gibt. Kann man da ihre Vertreter ignorieren? […]
Die AfD habe ein Recht darauf, im Öffentlich-Rechtlichen aufzutauchen, wird Medienrechtsprofessor Hubertus Gersdorf von der Uni Leipzig in der „Zeit“ zitiert. „Und je größer die Bedeutung einer Partei, desto mehr muss sie zu Wort kommen.“ Anders als privatwirtschaftlich organisierte Medien müssten ARD und ZDF sich an Regeln halten, die der Rundfunkstaatsvertrag vorgibt. Darin steht, in Artikel 11 Absatz 2, die Pflicht zu Objektivität, Unparteilichkeit und Ausgewogenheit. Das heiße: Führe man Sommerinterviews mit allen Landtags-Fraktionschefs wie im Fall von RBB und MDR, dann könne man die Vertreter einer der stärksten Fraktionen nicht auslassen.

Kommentar:

Wenn auch Sie das Verhalten des mdr für richtig halten, dann schauen Sie mal in die Leserkommentare. Dort finden Sie die altbekannten Gegenpositionen.

 

Der Kommentator dieser Presseschau sieht Herrn Höcke übrigens auch sehr kritisch, aber er ist in Thüringen in alle Ämter demokratisch gewählt worden.

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