Späte Ratschläge für „die Vernünftigen“ als Reaktion auf die erstarkte AfD

Späte Ratschläge für „die Vernünftigen“ als Reaktion auf die erstarkte AfD

Drei Grundsätze für eine unaufgeregte Flüchtlingspolitik

ZEIT-ONLINE | 07.06.16

Nächstes Jahr könnten es 20 Prozent werden: Die Flüchtlingskrise beflügelt die rechte AfD. Es wird Zeit, dass die Vernünftigen in der Politik anders darauf reagieren. […] In solcher Lage müssen die Vernünftigen sich auf eine unaufgeregte, realistische Flüchtlingspolitik besinnen. Sie muss auf drei Pfeilern stehen. Erstens auf der Erkenntnis, dass wir längst ein Einwanderungsland sind und uns gegen die Welt nicht abschotten können. Zweitens auf der Einsicht, dass wir auch nicht alle aufnehmen können, die zu uns kommen wollen. Und drittens auf dem schlichten Grundsatz, dass die Alteingesessenen Verpflichtungen gegenüber den Neuankömmlingen haben, die Neuankömmlinge jedoch auch Verpflichtungen gegenüber den Alteingesessenen.

Kommentar:

Nur wenige Gedanken zum Artikel:
1.) Theo Sommer geht offenbar davon aus, dass die AfD weiter zulegen wird.
2.) In der „rechten“ AfD tummeln sich die „Unvernünftigen“; denn angesichts des Wachsens der AfD müssen sich „die Vernünftigen“ (sollen das etwa automatisch die etablierten Parteien sein?) auf eine unaufgeregte, realistische Flüchtlingspolitik besinnen.
3.) Damit gibt Sommer aber zu, dass die bisherige Politik „un-besonnen“ (von Sinnen?) war und auch unrealistisch. Eigentlich ein ungeheurer Vorwurf.
4.) Theo Sommer fordert eine Obergrenze (die „Einsicht, dass wir auch nicht alle aufnehmen können, die zu uns kommen wollen.“)
5.) Auch die „Neuankömmlinge“ (welche hübsche neutrale Formulierung! Nicht mehr „Flüchtlinge, nicht mehr „Migranten“? „Neuankömmlinge“, also alle, die neu ankommen! Egal, wie – legal oder auch illegal?) haben Verpflichtungen (!) gegenüber den „Alteingesessenen“ – auch ein schönes Wort in diesem Zusammenhang.
6.) Wie vernünftig sind eigentlich „die Vernünftigen“, die sich erst – nach doch recht chaotischen Monaten! – darauf besinnen müssen, dass auch „die Alteingesessenen“ legitime Ansprüche an „die Neuankömmlinge“ haben dürfen?

Auch die Leserkommentare in der Zeit sind weit überwiegend kritisch und lesenswert.

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