Interessanter Rückblick auf 2017 und 2006

Interessanter Rückblick auf 2017 und 2006

Karl Lagerfeld nennt Flüchtlinge „Feinde“ der Juden

Der Spiegel | 13.11.17

Karl Lagerfeld hat Flüchtlinge in Deutschland als „die schlimmsten Feinde“ der Juden bezeichnet. Kanzlerin Merkel habe zu viele Muslime ins Land gelassen, meint der Modemacher. […] „Selbst wenn Jahrzehnte dazwischenliegen, kann man nicht Millionen Juden töten und später dann Millionen ihrer schlimmsten Feinde holen“, sprach Lagerfeld. Dabei habe Merkel es eigentlich „gar nicht nötig gehabt“, noch mehr Flüchtlinge aufzunehmen, nachdem schon Millionen gut integrierter Migranten im Land lebten, betonte der 84-jährige Modedirektor von Chanel. Offenbar habe sie aber ihr „Image als Rabenmutter“ aus der Griechenlandkrise verbessern wollen, vermutete er. […]
In Deutschland berichten Juden immer wieder von Antisemitismus unter Muslimen. Internet und soziale Medien seien zu zentralen Verbreitungsinstrumenten von Hassbotschaften und antisemitischer Hetze geworden, heißt es in dem Bericht einer unabhängigen, vom Bundestag eingesetzten Expertenkommission.

Kommentar:

Der Beitrag von Karl Lagerfeld – sicher kein Mitglied der AfD – ist aus dem Jahr 2017.
Noch interessanter ist aber Folgendes:
Der Kommentator hat den Link „ in dem Bericht einer unabhängigen, vom Bundestag eingesetzten Expertenkommission“ aufgerufen und was kam auf der Seite des Innenministeriums? „Uups, diese Seite ist leider nicht auffindbar.“
https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/downloads/DE/publikationen/2017/expertenbericht-antisemitismus-in-deutschland.pdf?__blob=publicationFile

 

Doch dann fand der Kommentator auf derselben Seite den Button „Migration“ und auf der entsprechenden Seite den Button „Illegale Migration“ – und kam aus dem Staunen nicht heraus. https://www.bmi.bund.de/DE/themen/migration/illegale-migration/illegale-migration-node.html
Dort informiert das Innenministerium:
„Unerlaubte Einreise und illegaler Aufenthalt werden bekämpft. In engem Zusammenhang damit steht die Bekämpfung der unerlaubten Beschäftigung, denn die Aussicht auf eine illegale Beschäftigung verstärkt den Anreiz zur illegalen Einreise.
Das im Mai 2006 eingerichtete Gemeinsame Analyse- und Strategiezentrum illegale Migration (GASIM) leistet hierzu einen wichtigen Beitrag. Dort werden im Zusammenhang mit der illegalen Migration stehende Erkenntnisse zur allgemeinen und zur organisierten Kriminalität, insbesondere zur Schleusungskriminalität, zur illegalen Beschäftigung und zum Missbrauch von Sozialleistungen von den beteiligten Behörden und Stellen (Bundespolizei, Bundeskriminalamt, Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, Zoll – Finanzkontrolle Schwarzarbeit, Bundesnachrichtendienst, Bundesamt für Verfassungsschutz und auch Auswärtiges Amt) zusammengetragen und ausgewertet.
Darüber hinaus sind die Einbindung der zuständigen nationalen Behörden und die Unterstützung der internationalen Zusammenarbeit für den Erfolg von hoher Bedeutung. Das GASIM hat seinen Sitz beim Bundespolizeipräsidium in Potsdam.
Bei der Entwicklung der gemeinsamen, europäischen Einwanderungspolitik ist ein wirksames Vorgehen gegen die illegale Einwanderung von entscheidender Bedeutung. Dabei kommt einer effektiven Rückführungspolitik und der Bekämpfung von Schleusungskriminalität und Menschenhandel besondere Bedeutung zu.“

 

Man vergleiche 2006 mit heute. Staunen Sie auch? Ach, und wer war damals Bundeskanzlerin?

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