Überraschende Leserkommentare im Spiegel

Überraschende Leserkommentare im Spiegel

Opposition kritisiert GroKo-Plan zur Aufnahme von Geflüchteten

Der Spiegel | 16.09.20

1553 weitere Geflüchtete will die Bundesregierung aus Griechenland aufnehmen, doch die Opposition ist unzufrieden: Grüne und Linke fordern mehr deutsches Engagement, die FDP hält die Zahl für „aus der Luft gegriffen“.

Kommentar:

Der Spiegel-Artikel ist überhaupt nur aus zwei Gründen in diese Presseschau aufgenommen worden:
I) Er ist schon wieder ein Beleg für die manipulative Berichterstattung in deutschen Medien.
II) Die hohe Zahl von regierungskritischen Leserkommentaren im Spiegel ist einigermaßen überraschend.

 

Zu I):
Die Schlagzeile spricht von der Opposition als ganzer Gruppe, nennt danach aber nur Grüne, Linke und FDP. Die AfD als größte Oppositionspartei wird einfach nicht erwähnt. Das kann kein Zufall sein, sondern muss (manipulierende) Absicht sein. Das kritisieren auch einige Spiegel-Leser.
1) „Interessant wäre natürlich auch gewesen, was die einzige Oppositionspartei bei der Asylthematik (alle anderen sind ja eh mehr oder weniger dafür, alle immer sofort aufzunehmen) dazu zu sagen hat. Der geneigte Wähler wird das aber auch ohne SPON herausfinden. Erhöht die Mobilisierung.“
2) „Ein ganz merkwürdiger Artikel. Alle Parteien kommen zu Wort – außer der AfD. Was sagt die denn zur Aufnahme der Flüchtlinge? Egal, ob man sie mag oder nicht, diese Partei sitzt auch im Bundestag – sie einfach zu ignorieren, ist kein seriöser Journalismus. […]“

 

Zu II)
Hätten Sie solche Leserkommentare im SPIEGEL erwartet? Nur 2 von zahlreichen Beispielen:
1) „Es grenzt an Wahnsinn, wenn man zugibt, was sorgsam verschwiegen wird, dass bereits täglich 300-400 Flüchtlinge still und leise ins Land geschleußt werden, macht pro Jahr ca. 120.000, und dann wieder Deutschland als erstes Land wieder die Hand hebt, um „Sonderkontingente“ aufzunehmen. Auch darum sind die Renten der Deutschen um 40% geringer als in Österreich, der Superwirtschaftsmacht.“
2) „Wir nehmen dann auch die Kranken und Familien, weil es (wie gut auch immer gebildete) Familien sind, auf und andere Länder – wenn überhaupt – die sorgsam ausgewählten Gebildeten, die schnell integrierbar sind.
Wie soll man das Leuten vermitteln, die sich trotz Arbeit nicht die Zuzahlungen für Gesundheitsleistungen leisten können und deshalb mit Zahnlücken und nicht mehr passender Brille umherlaufen?“

 

Letzter Hinweis: Es geht schon gar nicht mehr um „Flüchtlinge“ aus Moria, sondern – um das Gesicht zu wahren – um die Übernahme bereits anerkannter Asylanten. Dadurch wird die Lage auf Lesbos aber um nichts besser. Um diese Menschen jedoch sollte es ursprünglich gehen. Geht so „Verschleierung“?

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