Ein einsamer Rufer unter den katholischen Bischöfen?

Bischof Voderholzer: „Islam ist eine postchristliche Erscheinung“

Kath*Stern | 30.01.17

Aber ich möchte doch mir und allen Predigern in Erinnerung rufen, dass die unmittelbare Tagespolitik nicht Gegenstand der Glaubensverkündigung sein sollte. Die Bischöfe und Priester sollten nicht zu schnell bestimmte politische Positionen in den Rang von Glaubenssätzen erheben und andere zu Häresien erklären. Gerade in der gegenwärtigen Debatte bezüglich der Herausforderungen durch die großen Migrationsbewegungen ist eine Pluralität von Positionen nicht von vorneherein verwerflich. […] Die Pastoralkonstitution Gaudium et spes des II. Vaticanums sagt in Art. 43 ausdrücklich, dass es bei der Beurteilung konkreter politischer Entscheidungssituationen verschiedene legitime Auffassungen geben kann auch unter Christen, unter Katholiken. Und dies haben auch die Geistlichen zu respektieren. […] Themen grundsätzlicher Natur gibt es für die amtliche Verkündigung in der Kirche viele. Dafür Licht und Orientierung zu geben, ist Aufgabe der amtlichen Vertreter der Kirche, nicht die Einmischung in die tagespolitische Debatte.

Kommentar:

Stimmen auch Sie Bischof Voderholzer zu, dass es die Aufgabe der amtlichen Vertreter der Kirche sei, bei Themen grundsätzlicher Natur den Menschen Orientierung zu geben, sich aber nicht in die tagespolitische Debatte einzumischen und „zu schnell bestimmte politische Positionen in den Rang von Glaubenssätzen (zu) erheben und andere zu Häresien zu erklären“?

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