Achtung: Beeinflussung durch Sprache

Achtung: Beeinflussung durch Sprache

Bundestag beendet Trickserei der AfD

t-online | 17.12.15

Ausgetrickst: Mit einer Änderung des Parteiengesetzes hat der Bundestag dem Geschäftsgebaren der AfD einen Riegel vorgeschoben. Die Abgeordneten votierten mehrheitlich für einen Gesetzesentwurf der großen Koalition, durch den die rechtspopulistische Partei enorm eingeschränkt wird.

Kommentar:

Man beachte die „sachliche“ (?) Information durch die „abwertende“ Sprache: Da ist von „Trickserei“ die Rede und dem „Geschäftsgebaren“ der (selbstverständlich?) „rechtspopulistischen“ Partei, der „ein Riegel vorgeschoben“ wurde. Das soll ein schlechtes Licht auf die AfD werfen, doch die zahlreichen Leserkommentare zeigen, dass die Menschen diese Absicht immer mehr durchschauen und verurteilen.
So weisen Leser u.a. darauf hin, dass von „Vertragstreue“ kaum die Rede sein kann, wenn Dinge rückwirkend (im eigenen Interesse und zum Schaden von Konkurrenten) geändert werden und dass die Praxis der AfD dem bisher gültigen Gesetzestext entsprach. Zu ergänzen ist, dass Herr Lammert als Bundestagspräsident nach entsprechender Prüfung höchstpersönlich zu demselben Ergebnis gekommen ist und den Goldhandel als Basis für die Zahlungen an die AfD nicht angefochten hat.
Interessant auch der Hinweis eines Lesers:
„Übrigens haben nur 40 der 630 Abgeordneten an der Abstimmung teilgenommen und über die Zukunft der Parteienlandschaft abgestimmt. Nur mit den wenigen Stimmen der CDU, CSU und SPD wurde hier entschieden. Wenn die Grünen [sie waren dagegen] mal vollzählig erschienen wären, wäre die Sache gekippt worden. Aber so sieht bei uns nun mal Demokratie aus.“
Dem ist nichts hinzuzufügen.

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