Der Cicero zitiert wieder kritische Stimmen

Der Cicero zitiert wieder kritische Stimmen

Angebliche Deportationspläne und Gegen-Kundgebungen – Des Kanzlers Spiel mit gezinkten Karten

Cicero | 02.02.24

Deutschland steht im Bann einer angeblichen „Wannseekonferenz 2.0“. Die Beweislage ist zwar dünn, aber Regierungspolitiker springen munter auf den Empörungszug auf. Ausländische Diplomaten indes blicken fassungslos auf den mit staatlicher Hilfe inszenierten Hype. […] Was man dort – natürlich inoffiziell – über die aktuelle Verfassung der Bundesrepublik im Allgemeinen und über jene der Ampel-Regierung im Speziellen zu hören bekommt, ist schlicht und ergreifend: verheerend. Unisono herrscht die Meinung vor, Deutschland habe sich wegen des Erstarkens der AfD in eine regelrechte Hysterie hineingesteigert, die alles nur noch schlimmer mache. Der Hype um das vermeintliche „Geheimtreffen“ rechter Kräfte in Potsdam und dessen Vergleiche mit der Wannseekonferenz, bei der im Januar 1942 die systematische Vernichtung der Juden besprochen wurde, wird von den drei ausländischen Diplomaten als geradezu irre erachtet – und zwar völlig unabhängig voneinander. […]
Übereinstimmende Lesart der derzeitigen Ereignisse: Die von Olaf Scholz angeführte Bundesregierung steht politisch mit dem Rücken zur Wand. Der Kanzler und Mitglieder seines Kabinetts hätten die „Enthüllungen“ der staatlich finanzierten Recherche-Plattform Correctiv dazu genutzt, um durch persönliche Teilnahme an Großkundgebungen „gegen rechts“ vom eigenen Versagen abzulenken, durch das die hohen Umfragewerte für die AfD überhaupt erst ermöglicht worden wären. Ein […] Top-Diplomat sinngemäß: Das staatlich und von staatlich alimentierten „Nichtregierungsorganisationen“ orchestrierte Mobilisierungspotential auf den Straßen erschrecke ihn mehr als die Enthüllungen über das private Treffen eines rechtsnationalen Zahnarztes mit mehreren Gesinnungsgenossen (darunter Mitglieder der AfD und der „Werteunion“).

Kommentar:

Nur in wenigen Medien findet man eine sachgemäße und differenzierte Berichterstattung zu den aktuellen politischen Vorgängen. Der Cicero gehört dankenswerterweise dazu! Er spricht von „angeblichen Deportationsplänen“, einem „Spiel mit gezinkten Karten“, von einem „mit staatlicher Hilfe inszenierten Hype“, von einem „vermeintlichen ‚Geheimtreffen‘“, von „Enthüllungen“ der staatlich finanzierten Recherche-Plattform Correctiv“ und zitiert ausländische Diplomaten. Das weitet den Blick.

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