Ein Aufruf zur Sachlichkeit

Ein Aufruf zur Sachlichkeit

Solange gnadenlos übertrieben wird, ist eine pragmatisch-vernünftige Klimapolitik ein Ding der Unmöglichkeit

Neue Züricher Zeitung NZZ | 08.10.19

Zum heissen Thema Erderwärmung stehen immer mehr Übertreibungen im Raum. Während es auf der einen Seite Kommentatoren gibt, die immer noch fälschlicherweise darauf pochen, dass der Klimawandel eine Erfindung sei, gibt es die weitaus grössere Zahl jener, die genauso irrtümlich behaupten, dass wir uns einer unmittelbar zivilisationsbedrohenden Klimakrise gegenübersehen.
Leider macht diese Polarisierung eine sachliche und vernünftige Diskussion über politische Massnahmen unmöglich. So wird uns etwa ständig gesagt, dass der Klimawandel für die Zunahme von extremen Wetterlagen verantwortlich sei. Die Realität allerdings sieht etwas anders aus. Laut wissenschaftlichen Untersuchungen ist der Slogan «Klimawandel bedeutet mehr Wetterextreme» eine grobe Vereinfachung, wenn nicht sogar eine falsche Darstellung der Tatsachen. […]
Wir können die Klimadebatte nur dann wieder zurück auf eine pragmatische Ebene führen, wenn die gnadenlosen Übertreibungen ein Ende finden. Der Klimawandel wird nicht den Weltuntergang nach sich ziehen, aber er ist ein Problem, zu dessen Lösung es kluger und kosteneffektiver Massnahmen bedarf.

Kommentar:

Der Artikel ist sehr zu empfehlen – verbunden mit der kleinen Anmerkung, dass mit den „Kommentatoren, die immer noch fälschlicherweise darauf pochen, dass der Klimawandel eine Erfindung sei“, nicht die AfD gemeint sein kann. Die AfD „leugnet“ einen Klimawandel nicht, auch wenn das in den meisten Medien fälschlicherweise immer wieder behauptet wird.

 

Vgl. dazu die Zusammenfassung des ZDF vom Sommerinterview mit Alexander Gauland: „Nein, er [Alexander Gauland] bestreitet den Klimawandel nicht. Den gibt es, sagt Alexander Gauland im ZDF-Sommerinterview. Aber: „Dass der Mensch dazu viel beitragen kann, glaube ich nicht.“
https://www.zdf.de/nachrichten/heute/alexander-gauland-im-zdf-sommerinterview-1

 

Erinnert sei auch an den folgenden Artikel der FAZ vom 15.02.19 unter der Überschrift „Klimareligion mit Ablasshandel“.

 

„Die Rettung des Weltklimas hat für große Teile der deutschen Gesellschaft mittlerweile den Rang einer Ersatzreligion. Darf man noch fragen, welchen Beitrag die extreme Subventionierung von erneuerbarer Energie für das Klima der Erde geleistet hat, angesichts der Tatsache, dass der Ausstoß von Kohlendioxid in Deutschland kaum gesunken ist? Oder ist ein Ketzer, wer fragt, ob die eine Billion Euro, mit der hierzulande Steuerzahler und Stromverbraucher Wind-, Solar-, Biogasanlagen und Netze fördern müssen (die Hälfte unserer Staatsverschuldung!), klug investiert wird? […] Wer Zweifel äußert, ob der übermäßige Ausstoß eines einzigen Moleküls wirklich allein für die Erwärmung der Erde verantwortlich sein kann, wird von manchen Klimaschützern als Klima-Leugner verunglimpft. Warum rückt man Kritiker in die Nähe von Holocaust-Leugnern? […] Deutschland sollte sich von der Illusion verabschieden, als Klassenprimus das Weltklima retten zu können. Nicht Alleingänge einer moralischen Supermacht sind gefragt, sondern rationale und vor allem international abgestimmte Politik mit Maß und Mitte, um die Folgen des Klimawandels aufzufangen, da man den Wandel angesichts der rasant wachsenden Zahl von Menschen wohl allenfalls mindern, aber nicht wird gänzlich verhindern können.“
https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/energiewende-in-deutschland-klimareligion-mit-ablasshandel-16041851.html

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