Eine Stimme aus Österreich

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Verkehrte Welt: Deutschland verdient Geld mit Schuldenmachen

Die Presse (Österreich) | 24.11.15

So schön war die Schuldenaufnahme für den deutschen Finanzminister Wolfgang Schäuble noch nie: Knapp 4,1 Milliarden Euro hat sich der Bund am vergangenen Mittwoch für zwei Jahre geliehen. Die Rendite, also quasi der Anleihezins, lag bei minus 0,38 Prozent. Das ist die niedrigste jemals vom Bund erzielte Rendite bei dieser Laufzeit. So verrückt es auch klingen mag: Mit der Aufnahme von Schulden kann man Geld verdienen. Der deutsche Staat lässt sich also von seinen Gläubigern dafür bezahlen, dass er sich bei ihnen verschuldet. Wie kann das sein?

Kommentar:

Das ist die eine Seite der Medaille (Der Staat profitiert von der EU-Zinspolitik), die andere Seite: Wer in Deutschland spart und/oder Geld für die private Altersvorsorge zurücklegt oder anlegt, verliert durch dieselbe Politik sehr viel Geld. Muss man nicht beides kritisieren?

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