Eine Zeitung – ein Ereignis – zwei unterschiedliche Berichte

Eine Zeitung – ein Ereignis – zwei unterschiedliche Berichte

14-Jährige brutal vergewaltigt: So schamlos ließen sich die Täter vor Gericht feiern

Focus | 20.10.16

Es ist ein ungeheuerlicher Fall: In Hamburg standen vier junge Männer wegen des brutalen Missbrauchs einer 14-Jährigen vor Gericht. Sie haben das Mädchen im Februar betrunken gemacht und dann sexuell missbraucht. Anschließend sollen sie das Opfer bei Temperaturen um den Gefrierpunkt zurückgelassen haben. […] Schon beim Prozessauftakt hatten sich absurde Szenen abgespielt. Ausgelassen hatten die Angeklagten Verwandte und Freunde im Zuschauerbereich begrüßt, hatten sich in Siegerpose gezeigt. Die Mutter eines Angeklagten hatte gewunken und ihrem Sohn Kusshände zugeworfen. Breitbeinig gehend, im schwarzen Jogginganzug mit neongrünen Streifen bekleidet, war einer der Männer in Richtung Anklagebank gegangen. Vor dem Gerichtssaal hatten sich auch die Bekannten der Angeklagten wenig beeindruckt gezeigt. Einer hatte dem Opfer eine Mitschuld gegeben: „Was sucht sie denn auch dort bei den Männern?“, fragte er schulterzuckend.

Kommentar:

Können Sie dem zustimmen? „Ein ungeheuerlicher Fall“ – in jeder Hinsicht: Die Tat ist ungeheuerlich, das Auftreten der Täter und der Mutter ist ungeheuerlich und auch die Reaktion der Justiz.
Und was halten Sie davon, dass der Focus am 21.10.16 einen „entschärften“ Bericht von demselben Fall ins Netz gestellt hat – mit anderer Überschrift?
Das sollten Sie lesen; denn wer merkt das schon?
„Fünf Täter zu Haftstrafen verurteilt – fast alle auf Bewährung“
http://www.focus.de/panorama/welt/gruppenvergewaltigung-einer-14-jaehrigen-fuenf-taeter-zu-haftstrafen-verurteilt-fast-alle-auf-bewaehrung_id_6096150.html
Fragen Sie sich auch, warum der zweite Artikel „nachgeschoben“ (?) wurde und wer das aus welchen Motiven veranlasst hat?

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