Emotion oder Vernunft?

Emotion oder Vernunft?

Europa und der Rest der Welt – Das Leid der Anderen

Neue Züricher Zeitung NZZ | 02.04.16

Wir müssen etwa Sorge tragen, dass politische Kampagnen, die primär an Emotionen appellieren, als das erkannt werden, was sie sind. Es ist verführerisch, den «Wir gegen die»-Narrativen zu folgen, wenn sie argumentativ geschickt unterlegt sind. Aber anstelle eines rationalen Diskurses entsteht oft eine andere «Wir gegen die»-Frontstellung, bei der dann «die» nicht mehr Ausländer, Asylsuchende oder Muslime sind, sondern die «Rechten», die «Linken» oder in den Worten des deutschen Wirtschaftsministers: das «Pack». Auf diesem Weg kommt man nicht weiter, auch wenn es schwierig ist, sich vom Denken in Gruppenkategorien zu befreien.

Kommentar:

Grundsätzliche Überlegungen eines Schweizers. Keine unbedingt leichte Kost, aber man sollte hin und wieder auch einmal Schwarzbrot essen.
Was halten Sie z.B. von seiner These „Demokratische Diskurse, die nur an die Vernunft appellieren, sind langweilig, aber gerade das ist ihre Stärke. Appellieren sie zu sehr an Emotionen, wird es gefährlich; für starke Emotionen gehen wir besser ins Kino oder zum Fussball.“?

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