Es wird aber auch Zeit

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Dresdner Bischof: Kirche ringt um Umgang mit AfD-Sympathie

Süddeutsche Zeitung | 21.10.23

Die Kirche ringt nach Angaben des katholischen Dresdner Bischofs Heinrich Timmerevers sehr um den richtigen Umgang mit AfD-Sympathisanten. Auch in ihren Gemeinden und Einrichtungen gebe es Menschen und Christen, die diese Partei wählten oder sich in ihr engagierten, sagte er laut Mitteilung bei einer Jahrestagung der Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus am Wochenende in Dresden. Dieses Problem dürfe nicht verschwiegen werden. […] Mit Blick auf die Landtagswahlen in Sachsen und Thüringen 2024 warnte der Bischof, „die Wortwahl zu überdrehen oder Sündenböcke zu definieren“. […] Die Kirche sollte daher Räume und Gelegenheit schaffen für das ernsthafte Gespräch miteinander. Es brauche die öffentliche Debatte, mit der Bereitschaft, „Konflikte auszuhalten und Lösungen zu entwickeln“.

Kommentar:

1) Angesichts der wachsenden Zustimmung zur AfD und damit auch angesichts der wachsenden Zahl von Katholiken, die die AfD wählen werden, kommt nach den etablierten Parteien langsam auch die katholische Kirche ins Grübeln, ob sie sich erlauben kann, AfD-Katholiken auszugrenzen oder gar auszuschließen.
2) Man erfährt überrascht, dass es eine „Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus“ gibt, in der der Bischof von Dresden mitarbeitet, und dass die AfD offensichtlich von der Kirche ganz selbstverständlich als rechtsextremistisch eingestuft wird.
3) Man erfährt aber nicht, ob es auch eine „Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Linksextremismus“ gibt, und darf wohl davon ausgehen, dass es sie eher nicht gibt.
4) Darf man daraus schließen, dass Linksextremisten – und die gibt es ja nach Auskunft der Verfassungsschutzberichte in nicht geringer Zahl – in der katholischen Kirche für unproblematisch gehalten werden?
5) Trotz allem ist dem Bischof natürlich zuzustimmen, dass „die Kirche daher Räume und Gelegenheit schaffen (sollte) für das ernsthafte Gespräch miteinander.“
6) Hoffentlich geschieht das auch. An der AfD dürfte das nicht scheitern.

Lesen Sie zum Beweis unbedingt die angehängte Stellungnahme der „Christen in der AfD“ vom 01.10.23 zu Äußerungen der Bischöfe Bätzing und Neymeyr, die mit folgenden Sätzen endet:
„Reden Sie doch bitte MIT der AfD und nicht nur über sie. Als Co-Sprecher der Christen in der AfD biete ich Ihnen gerne an, miteinander ins Gespräch zu kommen. Gerne spreche ich mit Ihnen über unser Grundsatzprogramm, erläutere die Motivation so vieler überzeugter Christen, AfD zu wählen und berichte ich Ihnen von dem ehrenamtlichen Engagement unserer Mitglieder in ihren Kirchengemeinden und auch von meinen Reisen ins Land Israel und den Sorgen der dortigen Juden über eine EU-Politik, welche radikale Israelfeinde fördert. [wie aktuell! Geschrieben am 1. Oktober – 6 Tage vor dem Massaker der Hamas!]
Und natürlich beantworte ich auch sehr gerne Ihre Fragen.
https://chrafd.de/

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