Man glaubt es kaum

Man glaubt es kaum

Warum die AfD in Talkshows gehört

Rheinische Post | 15.03.23

ZDF-Moderatorin Maybrit Illner will derzeit keine AfD-Gäste in ihre wöchentliche Sendung einladen. Ihre Begründung ist bequem – und nicht einmal inhaltlich ganz korrekt. Welche Folgen die Entscheidung außerdem hat. […]
Nicht zuletzt gehört die AfD auch in Talkshows, weil sie nicht als reine Minderheitenmeinung abgetan werden kann: Laut der jüngsten Sonntagsfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa (14. März 2023) käme sie immerhin auf 14 Prozent der Stimmen, sollte an diesem Sonntag Bundestagswahl sein.

Kommentar:

Zunächst ein Dank an die RP für den Artikel. So etwas erwartet man kaum noch in der deutschen Presselandschaft.
Und wie finden Sie den folgenden Leserkommentar?
„Als ob sich diese Dame im zwangsfinanzierten ÖR darum kümmert, was die Vertreter der Partei, die immerhin 15% der Wähler vertreten, zu sagen haben. Da braucht es auch nicht die Erwähnung von Frau Rathcke, dass die AfD vom Verfassungsschutz beobachtet wird, auch nicht das Hervorheben der Rolle von Herrn Höcke. Es ist viel schlimmer: Influencer wie Illner – die eigentlich Journalisten sind – laden ja nicht einmal mehr den General Kujat ein. Und wenn dann mal jemand mit einer anderen Ansicht eingeladen wird, wie kürzlich der Politologe Johannes Varwick, dann stehen 5 andere Meinungen gegen seine. Illner, Will, Maischberger und wie sie alle heißen mögen, fürchten nichts mehr, als dass – sollte jemand von der AfD eingeladen werden und sodann Zustimmung in der Bevölkerung finden- sie selbst in die politische Schusslinie geraten könnten. Nicht zuletzt laufen diese „talk shows“ unter dem Oberbegriff „Unterhaltung“. Konstruktives Auseinandersetzen mit gegensätzlichen Meinungen jedenfalls wird vermieden. Man fürchtet die Reaktion der Bevölkerung. So einfach ist das – leider.“

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