Man glaubt es nicht. Und das im Spiegel!

Man glaubt es nicht. Und das im Spiegel!

Demokratie braucht Populismus

Der Spiegel | 26.02.17

Ist SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz ein Populist? Und wenn ja, wäre das eigentlich schlimm?

Kommentar:

Geht es Ihnen vielleicht auch so wie dem folgenden Leser in seinem Kommentar? „So langsam wird’s wirklich lächerlich. Da wird – und SpON seit Jahren ganz vorne mit dabei – ausnahmslos jeden Tag die Litanei von den BÖSEN Populisten runtergebetet … dass „die Menschen den Vereinfachern nicht auf den Leim gehen dürfen“, weil die Probleme ja SO „komplex und vielschichtig“ seien … — Und dann jetzt DAS …? Was ist die Botschaft …? Wenn zwei das Gleiche tun ist est noch lange nicht dasselbe …? „Quod licet iovi, non licet bovi“ …? Albern … einfach nur albern, diese journalistische Wetterfahne …“
Dem Leser ist wohl zuzustimmen, dass es bisher nur eine einzige Sorte von Populisten gab und die war immer böse. Populismus war der Feind der Demokratie und Populisten waren böse Vereinfacher, denen Menschen auf den Leim gehen konnten.
Im Beitrag des Spiegel wird der Leser nun plötzlich und unerwartet belehrt, dass Populismus eigentlich doch nichts Böses ist; denn „ohne Populismus würde die Demokratie gar nicht funktionieren.“ Man darf nur nicht auf die „bösen Populisten“ reinfallen, sondern man darf nur auf die „guten Populisten“ wie „St. Martin“ reinfallen, der ja nur mit seinem Populismus den Menschen komplexe Themen verständlich zu machen versucht; „erst durch Vereinfachung und Zuspitzung werden komplexe Themen zugänglich für weite Teile der Bevölkerung.“
Nun aber kommt doch noch eine Spiegel-Warnung an „St. Martin“ (und an die Leser?): „Manchmal ist der Weg vom guten zum schlechten Populisten nämlich ein kurzer.“
Ach, und man sollte auch nicht vergessen: Es gibt auch noch einen „hässlichen Populismus“! Aber lesen Sie selbst.
Man kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus.

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