Spahns Botschaft klingt gut, aber er weiß auch, dass er sie nicht durchsetzen kann.

Spahns Botschaft klingt gut, aber er weiß auch, dass er sie nicht durchsetzen kann.

Warum Burka und Niqab nicht zu Deutschland gehören

FAZ | 18.08.16

Der Niqab und die Burka verkörpern Werte, die nicht zur deutschen Gesellschaft passen, meint CDU-Präsidiumsmitglied Jens Spahn. Deshalb will er die Verschleierung verbieten. Ein Gastbeitrag.

Kommentar:

Ach, wie raffiniert kann man doch Sprache einsetzen! So freut einen die doppeldeutige FAZ-Formulierung außerordentlich: „Verschleierungsdebatte“. Vordergründig geht es ja um das Problem der „Verschleierung“ durch Kleidungsstücke. Auf einer anderen Ebene geschieht aber auch „Verschleierung“. Wenn die FAZ schreibt „Deshalb will [Jens Spahn] die Verschleierung verbieten“, dann weiß die FAZ natürlich, dass Jens Spahn vielleicht viel kann, aber dass er auf keinen Fall die Verschleierung verbieten kann. Es ist sogar fraglich, ob er die CDU-Fraktion auf seinen Kurs festlegen kann. Unmöglich wird er aber in der Koalition ein Verbot durchsetzen können. Das alles weiß Jens Spahn und „fordert“ als Privatmann (oder als was?) ein Verbot – publikumswirksam in einem Gastbeitrag der FAZ. Interessant auch, dass die FAZ ihm als Präsidiumsmitglied der CDU gerade jetzt vor den Landtagswahlen mit ansteigenden Zahlen für die AfD einen Gastbeitrag zu diesem Thema anbietet.
Fazit: „Verschleierungsdebatte“ ist eine echt gelungene Wortschöpfung!

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