Tu felix Germania – Gut, dass wir keine anderen Probleme haben!

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Schreibwaren für Abgeordnete: Firma von AfD-Funktionär beliefert Bundestag seit 16 Jahren

Spiegel-online | 31.05.16

Nach „Stern“-Informationen hat der Bundestag den Vertrag mit dem Berliner Bürofachhandel kürzlich um vier Jahre verlängert. Anlass für den aktuellen Bericht sind mögliche Unstimmigkeiten bei der Vertragsvergabe. Üblicherweise bekommt die Firma den Zuschlag für den Bundestagsgroßauftrag, die die günstigsten Preise anbietet. Das soll nach „Stern“-Recherchen aber nur bei einem kleinen Teil des bürofa-Sortiments der Fall sein.
Vorgang soll im Ältestenrat besprochen werden.

Kommentar:

Langsam wird die „inhaltliche Auseinandersetzung“ mit der AfD lächerlich:
a) Die Spiegel-Überschrift kann man – muss man aber nicht – so auslegen, dass sie einen Skandal nahelegt: Ein AfD-Funktionär beliefert doch tatsächlich den Bundestag, und das schon seit 16 Jahren! Dabei gibt es die AfD erst seit 3 Jahren!
a) Natürlich ist (wieder einmal) nur von „möglichen“ Unstimmigkeiten die Rede – natürlich im Zusammenhang mit der AfD!
b) Was ist tatsächlich bisher eindeutig klar? Der Anbieter – ist seine Parteizugehörigkeit überhaupt von Bedeutung? – hat ein Angebot gemacht und hat den Zuschlag bekommen.
c) Wenn er den Zuschlag bekommen haben sollte entgegen Bestimmungen, die von einem Parlament erlassen worden sind, dann würde das nur zeigen, dass der Deutsche Bundestag nicht einmal in der Lage ist, ein Ausschreibungsverfahren angemessen durchzuführen. Das wäre wirklich ein Qualitätsmerkmal.
d) Wenn allerdings für bestimmte Leute und Medien die Zugehörigkeit eines Lieferanten zu einer bestimmten (demokratischen) Partei ein Problem sein sollte, müsste man sie wohl nachdrücklich an das Anti-Diskriminierungsgesetz erinnern.
Was würden dieselben Leute sagen, wenn es um die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Religion ginge?
Letzte Frage:
Was soll ein solcher Artikel – und dann noch im Spiegel? Man ahnt es. Aber das ist ja wieder „typisch AfD“.

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