Unverschämt hoch drei – Wie kommen die Vertreter der Altparteien sich eigentlich vor?

Unverschämt hoch drei – Wie kommen die Vertreter der Altparteien sich eigentlich vor?

Gerangel um die ersten Posten

Handelsblatt | 17.10.17

Noch bevor der Bundestag zu seiner ersten Sitzung zusammenkommt, beginnt das Postengeschacher. Ein heftiges Gerangel gibt es um die Posten der Bundestagsvizepräsidenten. Altgediente Parteisoldaten wollen versorgt werden. […] Am 24. Oktober soll Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) zum neuen Bundestagspräsidenten gewählt werden. […]
Der 75-Jährige soll mit seiner Erfahrung dafür sorgen, dass die AfD-Abgeordneten den Gepflogenheiten des Parlaments folgen und sich benehmen.

Kommentar:

Aha, das Postengeschacher gehört also zu den Gepflogenheiten des Parlaments und wird von den Altparteien glänzend beherrscht und nicht geahndet.
Aber Schäuble soll „dafür sorgen, dass die AfD-Abgeordneten sich benehmen.“
Geht’s noch? Eine solche Aussage ist „menschenverachtend“ und „diskriminierend“! Viele der AfD-Bundestagsabgeordneten haben berufliche Laufbahnen absolviert, die man vielen der anderen Parteien kaum zutraut. Und denen muss (ausgerechnet) Herr Schäuble beibringen, wie man sich im Parlament zu benehmen hat?
Viele Menschen werden sich die Augen reiben, wenn sie im Bundestag Vertreter der AfD aus eigener Anschauung kennen lernen, und sie werden sich fragen, warum diese Menschen eine Schande für Deutschland sein sollen, wie sie ein Herr Schäuble tituliert hat.

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