„Aber wehe, wehe, wehe, wenn ich auf das Ende sehe!“ (W. Busch)

„Aber wehe, wehe, wehe, wenn ich auf das Ende sehe!“ (W. Busch)

So macht sich der Staat lächerlich

t-online.de | 03.01.23

Reflexhaft werden nach den Gewaltexzessen an Silvester die Rufe nach einem Böllerverbot laut. […] Der Ruf nach strengen Restriktionen zeigt vielmehr die Hilflosigkeit der Politik, dem eigentlichen Problem beizukommen. Und zwar schon seit Langem. Es liegt zu einem großen Teil in der unzureichenden Integration bestimmter Milieus. Es liegt aber auch im staatlichen Versagen in der Bildungs-, Jugend- und Sicherheitspolitik. Beide Entwicklungen müssen uns Sorgen machen – nicht nur einmal im Jahr.

Kommentar:

Muss man es nicht deutlicher sagen? Nicht „der Staat“ hat versagt bzw. versagt auch heute, sondern die Parteien, die in der Vergangenheit im Bund und in den Ländern die Regierungen gestellt haben.
Dabei hat die Generation der 68er mit ihrem z.T. militanten Kampf gegen jede Form von Autorität ganze Arbeit geleistet. Die Begriffe „Gesetz und Ordnung“ wurden unter Generalverdacht gestellt und als „law and order“ disqualifiziert, ebenso Fleiß, Disziplin, Pflichtbewusstsein, Pünktlichkeit, Ordnungssinn, Treue und Gehorsam als Sekundärtugenden, mit denen man auch ein KZ leiten könne. So Oskar Lafontaines im Jahre 1982. Nichts galt mehr als verbindlich, es herrscht die „Diktatur des Relativismus“. (Papst Benedikt XVI. vor dem Konklave 2005):
Die negativen Folgen wurden so offenkundig, dass das Familienministerium 2006 zu einem „Bündnis für Erziehung“ aufrief. Ausgerechnet die Generation also, die Unsicherheit und Ratlo-sigkeit in Erziehungsfragen zu verantworten hatte, beklagte nun lauthals die unerfreulichen Ergebnisse.
Die Ergebnisse wurden aber nicht besser, sondern sind seitdem noch unerfreulicher geworden. Doch wie reagieren die verantwortlichen Politiker? Hilflos!

Noch ein Blick auf den früheren Bundeskanzler Helmut Schmidt:
– „Weil uns Deutschen ein Verfall von Werten und Tugenden droht, müssen wir in der Öffentlichkeit ein Mindestmaß an moralischer Übereinstimmung herstellen. Wir brauchen eine öffentliche Moral. […] Ohne Pflichten können unsere Rechte auf die Dauer nicht gesichert werden.“
– „Wir Deutschen können nicht im politischen und sozialen Frieden miteinander leben ohne die im Christentum entwickelten Pflichten und Tugenden. Die Kirchen müssen Gegengewichte setzen gegen die Tendenzen zum moralischen Verfall unserer Gesellschaft. […] Auch im 21. Jahrhundert werden die Kirchen gebraucht.“
Und wie reagieren die Kirchen? Hilflos.

Es gilt offenbar immer noch, was Saint-Exupery einmal gnadenlos prägnant so formuliert hat: ”Wenn die Menschen gottlos werden: sind
Regierungen ratlos,
Lügen grenzenlos,
Schulden zahllos,
Besprechungen ergebnislos,
Aufklärung hirnlos,
Politiker charakterlos,
Kirchen kraftlos,
Völker friedlos,
Sitten zügellos,
Mode schamlos,
Verbrechen maßlos,
Konferenzen endlos,
Aussichten trostlos.”

Hier das Wahlprogramm der AfD zur Bundestagswahl 2021:
https://www.afd.de/wahlprogramm/

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