Ein Blick von außen

Ein Blick von außen

Das süsse Gift der Anarchie

Neue Züricher Zeitung NZZ | 08.07.17

Die Gewaltausbrüche in Hamburg sind durch nichts zu rechtfertigen. Trotzdem dürfen die kriminellen Randalierer damit rechnen, von der Öffentlichkeit und der Justiz milde beurteilt zu werden. Kein Wunder, wiederholt sich dieses traurige Spiel immer wieder. […] Doch was sich an diesem Wochenende in Hamburg ereignete, war kein Schauspiel von Pippi Langstrumpf oder Robin Hood. […]. Diese Straftäter gehören entschlossen verfolgt und bestraft. Doch dass das geschieht, ist anders als in Grossbritannien ziemlich unwahrscheinlich.

Kommentar:

Der Artikel ist vom 08.07.17 und drei Tage später scheint die Einschätzung der NZZ durch die markigen Worte einer ganzen Reihe deutscher Politiker widerlegt zu werden. Aber vielleicht sollte man abwarten, was wirklich passiert.
Die NZZ weist nämlich darauf hin: „Vor zehn Jahren hatten im Vorfeld des G-8-Gipfels von Heiligendamm 2000 schwarz vermummte Chaoten die Innenstadt von Rostock verwüstet und Hunderte Verletzte hinterlassen. Als ein halbes Jahr später die Staatsanwaltschaft in Rostock Bilanz zog, hatten knapp 1500 Ermittlungsverfahren bloss zu 157 Anklagen und zu drei Verurteilungen zu Freiheitsstrafen geführt. Alle wurden zur Bewährung ausgesetzt.“
Vielleicht wird es jetzt wegen der Bundestagswahl anders? Oder wird nur vor der Wahl „laut gebellt“ und nach der Wahl „wie üblich“ verfahren?

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