Eine Woche vor den Wahlen: Verdächtigung ohne Beweise

Eine Woche vor den Wahlen: Verdächtigung ohne Beweise

Umstrittenes AfD-„Extrablatt“: Rufe nach Prüfung illegaler Spende

Focus-online | 06.03.16

Ein massenhaft verteiltes Gratisblatt und riesige Plakate mit Wahlwerbung für die Alternative für Deutschland (AfD) haben Rufe nach einer rechtlichen Prüfung laut werden lassen. Grüne, CDU und FDP forderten die dafür zuständige Bundestagsverwaltung auf, gegebenenfalls der Sache nachzugehen. Die AfD will nicht Urheber der Wahlwerbung sein. Der Verdacht ist, dass es sich um illegale Parteispenden handeln könnte.

Kommentar:

Die Angst der anderen Parteien vor der AfD muss so groß sein, dass sie nun noch die letzten Tage nutzen müssen, um der AfD „vor der Wahl“ mit Verdächtigungen zu schaden, die erst „nach der Wahl“ geklärt werden könnten.
Man beachte dazu auch wieder die Sprache:
– Es sind bisher nur Rufe nach einer rechtlichen Prüfung laut geworden.
– Die zuständige Bundestagsverwaltung soll „gegebenenfalls“ der „Sache“ nachgehen.
– „Der Verdacht ist, …“ Das klingt so, als sei „der Verdacht“ ein „gesamtdeutscher“. Dabei fordern nur Grüne, CDU und FDP ein „Nachgehen“ der Bundestagsverwaltung, die anderen Parteien nicht – also auch die SPD nicht.
– Man hat nicht den Verdacht, dass es so ist, sondern nur, dass es so sein „könnte“.
– Die Schlagzeile des Focus „Rufe nach Prüfung illegaler Spende“ ist dagegen so gewählt, dass der oberflächliche Leser meinen könnte/soll (?), es läge eine illegale Spende vor.
Fazit:
Man hofft, dass wieder etwas hängen bleibt. Doch die Leserkommentare im Focus zeigen eine ganz andere Tendenz.

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