Ist nun auch der Papst ein „Putin-Versteher“?

Ist nun auch der Papst ein „Putin-Versteher“?

Papst Franziskus sorgt mit Russland-Aussagen für Wirbel

t-online.de | 29.08.23

Seit dem russischen Überfall auf die Ukraine im Februar 2022 hat sich auch Papst Franziskus immer wieder zum Krieg gegen das Land geäußert – aber nicht immer zur Freude der Ukrainer. Der Papst hat Russland zwar als Aggressor verurteilt, aber auch der Nato eine Mitschuld an der Invasion gegeben und mit „Friedensgesten“ an Russland irritiert, die viele Ukrainer für unangemessen hielten. Das ist dem katholischen Kirchenoberhaupt offenbar auch jetzt wieder gelungen. […] Bei Kriegsbeobachtern und Ukraine-Kennern stießen die Worte des Papstes auf scharfe Kritik. […] „Die Wortwahl des Papstes könnte genauso aus einer hetzerischen Rede von Wladimir Putin selbst stammen“, schreibt Sumlenny auf X. „Die von Franziskus als russische Ikonen genannten Herrscher dienen Putin nämlich zur Rechtfertigung für seine Kriege.

Kommentar:

Die Kritik-Welle ist groß. Aber könnte man die Worte des Papstes nicht auch so verstehen, dass er mit dem Hinweis auf das große Russland – „ein Land mit großer Kultur und großer Menschlichkeit“ und mit seinem Appell an die Jugendlichen „Gebt dieses Erbe niemals auf, ihr seid Erben der großen Mutter Russland, macht damit weiter!“, könnte es nicht sein, dass er damit indirekt Putin kritisiert und über dessen Zeit hinausdenkt?

In diesem Zusammenhang ist der Kommentator zufällig auf ein Buch aus dem Jahr 2006 (!!!) gestoßen, das außerordentlich lesenswert ist und im Internet leicht zu finden ist. Es wird vom Ullstein-Verlag so beworben: „Was heute völlig unkorrekt ist, von den Mainstreammedien damals noch hochgelobt“.

Peter Scholl-Latour: Russland im Zangengriff. Putins Imperium zwischen Nato, China und Islam.
https://www.google.de/books/edition/Ru%C3%9Fland_im_Zangengriff/CwgbAwAAQBAJ?hl=de&gbpv=1&printsec=frontcover

Erinnert sei auch noch einmal an Helmut Schmidt im Jahr 2014:
a)
https://www.spiegel.de/politik/ausland/ukraine-krise-helmut-schmidt-wirft-eu-groessenwahn-vor-a-969773.html
b)
https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/ukraine-krise-schmidt-regt-krisen-treffen-nach-ksze-vorbild-an/9903252-2.html
„In dieser Gemengelage erhöhen die USA und ih-re europäischen Partner einschließlich Deutschland den Druck auf Russland. Für sie ist zentral, dass die Präsidentschaftswahlen am 25. Mai in der Ukraine gefahrlos stattfinden können – sonst drohen Moskau Wirtschaftssanktionen. Ob permanenter Druck das richtige Mittel ist, Russland zum Einlenken zu bewegen? Altkanzler Helmut Schmidt (SPD) bezweifelt das. Er sieht eher die Gefahr, dass sich Europa wie 1914 vor dem Ersten Weltkrieg in Richtung Abgrund bewegt.“
Man vergleiche mit diesen „Hochkarätern“ den Satz von Außenministerin Baerbock: „Natürlich will ich [!!!], dass Russland nie wieder einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg führt.“

(256)