„Man kommt ins Grübeln angesichts der intellektuellen Flughöhe im Diskurs über die drängenden Fragen von Krieg und Frieden“

„Man kommt ins Grübeln angesichts der intellektuellen Flughöhe im Diskurs über die drängenden Fragen von Krieg und Frieden“

Baerbock zu China und Russland — „Ich habe dazu jetzt alles gesagt“

Cicero | 21.09.23

Laut einer heute vorgestellten Studie der Universität Bielefeld im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung machen sich derzeit 62 Prozent der Deutschen Sorgen um die Ausweitung des Kriegs in der Ukraine. Und gewiss: Man würde diesen Menschen nur allzu gerne beruhigend auf die Schulter klopfen und ihnen versichern: „Wird schon so schlimm nicht werden!“ […] Doch irgendwie kann man diese besorgten Menschen durchaus verstehen. Vielleicht nicht grundsätzlich, aber wenn man sich gestern den Exklusiv-Talk in der ARD-Sendung „Maischberger“ angeschaut hat, den […] Sandra Maischberger mit der […] deutschen Außenministerin Annalena Baerbock (Bündnis 90/Die Grünen) geführt hat, dann kommt man gelegentlich schon mal ins Grübeln.
Wieder einmal nämlich gab der begehrte Polit-Talk […] die intellektuelle Flughöhe wieder, auf der in Deutschland derzeit über Geopolitik und somit über die drängenden Fragen von Krieg und Frieden gesprochen wird. Und um es gleich vorweg zu sagen: Der Diskurs scheint sich noch immer in einem anhaltenden Sinkflug zu bewegen – derart tief unter dem Radar, dass es der breiten Öffentlichkeit nicht einmal mehr aufzufallen scheint, wenn Deutschlands oberste Diplomatin in einem beiläufig fabrizierten Nebensatz einem „Russlandkrieg“ das Wort redet („… es geht bei diesem Russlandkrieg auch darum, ein Signal gegen andere Länder in der Welt zu senden“).

Kommentar:

Nach dem Lesen dieses Artikels und der eindeutigen Leserkommentare kann man es kaum begreifen, dass Annalena Baerbock am 15. September im Politbarometer auf der Beliebtheitsskala immer noch auf Platz 2 liegt – sogar mit einer leichten Aufwärtstendenz. Nur 1 Leser sei dazu zitiert:
„Wir haben es mit einer durchgehenden Infantilisierung der Politik zu tun: Probleme werden durchgehend nach ideologischen moralischen Kriterien behandelt und damit nicht gelöst, sondern unter dem Spielsand versteckt. Die unerfahrene und offensichtlich nicht durch viel Befassung mit der wahren Geschichte in ihrer Wurschtigkeit beeinträchtigte Frau Baerbock darf ab und zu einmal einen raushauen, für den ihr in Deutschland klammheimlich Respekt entgegengebracht wird, da, wo Diplomatie wirken soll, aber das Gegenteil. Überhaupt zielt Baerbocks „Außenpolitik“ vor allem auf das Innere, ihre Echokammer, nicht darauf, in der Welt mit Diplomatie etwas zu bewegen. Deutschland löst unter ihr international desinteressiertes Schulterzucken aus. In Israel sagt man: „Wenn Du gar nicht mehr weiterweißt, frag die Deutschen und tue das Gegenteil.“ Nicht nur wirtschaftlich und sozial, sondern auch vom internationalen Einfluss her verfällt das Land unter den Grünen.“

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