Nun auch im Tagesspiegel ein Thema

Nun auch im Tagesspiegel ein Thema

Wird die Türkei eine islamische Republik?

Der Tagesspiegel | 26.04.16

Die Opposition geht davon aus, dass mithilfe des Verfassungsprojekts die Republik von Mustafa Kemal Atatürk abgeschafft werden soll. […]
Atatürk misstraute dem Islam, den er für eine reaktionäre und fortschrittsfeindliche Kraft hielt. Er schaffte das Kalifat ab, das die Osmanen-Sultane gleichzeitig zu Anführern der islamischen Welt machte, legte den freien Tag der Woche vom islamischen Freitag auf den westlich-christlichen Sonntag und führte die lateinische Schrift ein. In der Republik erhielten Frauen das Wahlrecht, während islamische Bruderschaften verboten wurden. Die Vorbehalte des Staates gegenüber der Religion richten sich nicht nur gegen den sunnitischen Islam, die Mehrheitsreligion der Türken. Auch Christen und Juden klagen über Diskriminierungen. Laut einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom Dienstag verletzt die Türkei außerdem die Religionsfreiheit der 20 Millionen im Land lebenden Aleviten, einer liberal-islamischen Religionsgemeinschaft.

Kommentar:

Man kommt nicht daran vorbei: Die AfD hat die politische Diskussion in Deutschland stark belebt und beeinflusst sie weiter. Neuestes Beispiel: Nach der ersten reflexartigen Entrüstungswelle von Altparteien, Kirchenvertretern, Islamverbänden etc. setzt nun überraschend eine Diskussion ein, ob es nicht auch eine politische Dimension des Islam gibt. Nun gibt z.B. der Tagesspiegel in diesem Artikel viele Hintergrundinformationen zum Verständnis der heutigen Situation in der Türkei und stellt auch Fragen wie diese: „Was steckt hinter der Säkularismus-Debatte“, „Kann die heutige Türkei noch als säkularer Staat gelten?“ und „Gibt es Versuche, den Islam auch außerhalb der Türkei zu verbreiten?“
Und Leser fragen in ihren Kommentaren, ob es überhaupt denkbar ist, dass diese Türkei Mitglied der EU werden könnte.

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