Warum melden sich „Spezialisten“ oft erst dann zu Wort, wenn es fast zu spät ist?

Warum melden sich „Spezialisten“ oft erst dann zu Wort, wenn es fast zu spät ist?

Demografie-Spezialist schlägt Alarm Die unsichtbare Gefahr: Wie Geburtenrate und Migration unsere Zukunft bestimmen

Focus | 30.05.24

In Deutschland leben so viele Menschen wie nie und dennoch bedroht der demografische Wandel unsere Zukunft ebenso massiv wie der Klimawandel. Das liegt an einigen oftmals übersehenen Zusammenhängen, weshalb wir die Dynamik und die Folgen der bevorstehenden Veränderungen häufig falsch einschätzen. […] Doch warum fällt uns diese drohende Gefahr meistens überhaupt nicht auf?
Demografische Veränderungen können wir im Horizont unseres eigenen Lebens nicht überblicken. Mit einer Beispielrechnung lässt sich aber leicht verdeutlichen, wie dramatisch sich die Bevölkerungszahl eines Landes innerhalb weniger Generationen verändern kann: […]
Da die Zahl potentieller Mütter in jeder neuen Generation geringer ist als in der vorangegangenen und diese wiederum weniger Kinder bekommen, als zur Bestandserhaltung nötig wären (2,1 Kinder pro Frau), schrumpft die Bevölkerung von Generation zu Generation immer schneller, denn Frauen die nie geboren wurden, können keine Kinder bekommen. Ab einem bestimmten Punkt wird diese exponentielle Bevölkerungsschrumpfung nicht mehr zu stoppen sein, weil es nicht mehr genügend potentielle Mütter geben wird, um eine Wende einzuleiten. Wir werden dann in einer unaufhaltsamen Abwärtsspirale gefangen sein.
„In zwei Generationen ist die Sache gegessen“, sagt Harald Michel, Leiter des Instituts für angewandte Demographie in Berlin. „Eine Änderung ist dann nicht mehr möglich.“

Kommentar:

Zunächst 5 Leserkommentare:
1) „AfD hat das schon vor 10 Jahren prognostiziert. Selbst Sarazzins kühnste Berechnungen werden jetzt übertroffen. Jetzt, wo es zu spät ist, kommen die „Experten“ drauf.“
2) „Wer offenen durch die Jahrzehnte gegangen ist, hat das meiste schon geahnt, was uns passieren wird! Diejenigen, die den Mut hatten, dass schonungslos zu Papier zu bringen, wurden z.T. beschimpft und geächtet oder ins die rechte Ecke gestellt. Nein, das muss man zugeben (auch wenn es vielen nicht gefällt), sie hatten leider recht! So wie z.B. Sarrazin.“
3) „Sarrazin sagte, es werden immer Menschen in diesem schönen Land leben, nur werden es keine Deutschen mehr sein. Mehr braucht man dazu nicht mehr zu sagen. Und Olaf Scholz und Frau Merkel sind kinderlos, und einen kinderlosen Kanzler können wir uns nicht mehr leisten, weil es denen egal ist, was nach ihnen kommt.“
4) „Guter Artikel, nur können unsere grün-rot-woke Nullen damit nichts anfangen, weil dazu müsste man etwas von Mathematik verstehen.“
5) „Der Erfinder des heutigen Rentensystems – Herr Schreiber – hatte doppelten Rentenbeitrag für Kinderlose vorgesehen und erkannte [schon] 1957, dass andernfalls die Geburtenrate stark fällt. Adenauer hat nur kurzfristig an die nächste Wahl gedacht.“

Dieser Hinweis hat den Kommentator dieser Kleinen Presseschau neugierig gemacht und er hat bei Wikipedia einen lesenswerten Artikel zum Thema „Rente nach dem 2. Weltkrieg“ gefunden. Er zeigt, dass vernünftige Ideen von kompetenten Fachleuten von der Politik oft nicht aufgegriffen und angenommen werden, weil kurzfristige (partei)politische Erwägungen Vorrang bekommen. Das gilt offenbar von Adenauer bis heute.
https://de.wikipedia.org/wiki/Wilfrid_Schreiber

Zum Programm der AfD:
Grundsatzprogramm 2016:
https://www.afd.de/grundsatzprogramm/#6
Wahlprogramm 2021 – Familienpolitik – ab Seite 104:
https://www.afd.de/wahlprogramm/

(75)