Wie unabhängig sind die Medien?

Wie unabhängig sind die Medien?

Köln: Experte berichtet von Zensur-Versuchen vor TV-Interviews

Deutsche Wirtschafts Nachrichten | 08.01.16

Nach den Kölner Gewalt-Exzessen haben Fernsehsender einen Experten aufgefordert, „nicht über Flüchtlinge“ zu reden. Er weigerte sich, der Aufforderung Folge zu leisten – und konnte schließlich sagen, was er für richtig hielt. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, würde man meinen.

Kommentar:

Man kann dem Kommentar der FAZ nur zustimmen: „Es wird nicht um Sachverhalte gestritten, sondern um politische Deutungshoheit.“ Und das offenbar mit allen Mitteln. Auch hier ist es kein Wunder, dass das Vertrauen der Menschen auf die Medien immer mehr schwindet und sogar der Begriff der „Lügenpresse“ Verwendung findet.
Dabei ist die Aufregung über diesen Begriff vielleicht bei einigen Politikern und Journalisten ein wenig scheinheilig; denn wie ein Leserkommentar in Handelsblatt-online am 19.01.15 belegt, haben die 68er und die damalige APO ‚Lügenpresse‘ „als Kampfbegriff gegen die Springer-Presse u.a. Medien genutzt. Siehe dazu ein Bild von 1968″ : https://eulenfurz.files.wordpress.com/2015/01/luegenpresse1968.jpg?w=450
Man müsste sich also nicht wundern, wenn einzelne, die sich über das Wort so sehr aufregen, es vielleicht 1968 selbst gebraucht haben. Auf jeden Fall hat es damals keinen Aufschrei gegeben.

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