Wirklich erstaunliche Ergebnisse?

Wirklich erstaunliche Ergebnisse?

Wie Medien über die Flüchtlingskrise berichteten

FAZ | 21.07.17

Die bislang umfassendste wissenschaftliche Studie, die sich mit der Rolle der deutschen Medien während der Hochphase des Flüchtlingszustroms beschäftigt, zieht im Rückblick ein ernüchterndes Fazit. Journalisten seien ihrer Rolle als Aufklärer nicht gerecht geworden, resümiert der Studienleiter Michael Haller. Statt kritisch zu berichten, habe der „Informationsjournalismus die Sicht, auch die Losungen der politischen Elite“ übernommen und sei selbst mehr als politischer Akteur denn als neutraler Beobachter aufgetreten. Sorgen und Ängste der Bevölkerung seien hinter der großen Erzählung von der „Willkommenskultur“ fast völlig zurückgedrängt, Andersdenkende seien diskursiv ausgegrenzt worden. Haller geht davon aus, dass dies eine „Frontbildung“ in der Gesellschaft befördert habe.

Kommentar:

Studien sind immer interessengeleitet – hier aber wohl nicht von den Regierungsparteien. Diese Studie belegt nämlich, was sehr viele mündige Staatsbürger von Anfang an bemerkt haben: Von kritischer Berichterstattung kaum eine Spur. „Insgesamt seien in Tagespresse fast ausschließlich Politiker zum Thema zu Wort gekommen, vorzugsweise Akteure auf der Bundesebene, und unter diesen wiederum vorwiegend Vertreter der Regierungsparteien. (FAZ)“

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