Zur Diskussion gestellt

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Dem Populismus widerstehen – Arbeitshilfe zum kirchlichen Umgang mit rechtspopulistischen Tendenzen

Deutsche Bischofskonferenz | 25.06.19

Die vorliegende Arbeitshilfe [der Deutschen Bischofskonferenz] soll Gemeinden, kirchlichen Verbänden und Gruppen dazu dienen, sich mit Phänomenen des Populismus auseinanderzusetzen, vor allem mit rechts populistischen Tendenzen, die derzeit in Deutschland und Europa eine besondere Herausforderung darstellen. Sie will als Expertentext Anregungen für Diskussionen und Aktivitäten geben. Entstanden ist sie durch Beratungen in der Migrationskommission, der Pastoralkommission und der Deutschen Kommission Justitia et Pax sowie durch Vorarbeiten einer Autorengruppe unter der Leitung von Prof. Dr. Andreas Lob Hüdepohl (Katholische Hochschule für Sozialwesen Berlin).

Kommentar:

Sicher werden nicht nur manche Katholiken nach einem Blick auf und in die 74 (!) Seiten der Arbeitshilfe fragen, ob die Bischofskonferenz sich jetzt als katholische (?) Variante der Bundeszentrale für (eine bestimmte) politische Bildung versteht und ob das ihr Auftrag ist.
Dennoch sollten alle rechten Populisten (und damit sind ja eindeutig – in gender-gerechter Sprache – alle Mitglieder, Wählerinnen und Wähler und Sympathisantinnen und Sympathisanten der AfD gemeint) den Text kennen, auch wenn es manchem wehtun wird, wie z. B. Dr. Marcus Franz, der auf keth.net fragt: „ Warum schreiben akademisch gebildete führende Kirchenleute so einen Stuss?“
http://www.kath.net/news/68383

Der Bischofskonferenz sei umgekehrt noch einmal ein genauerer Blick in die Wahlprogramme der AfD empfohlen, damit eine sachgerechte Diskussion der Standpunkte möglich wird.

AfD-Programm zur BT-Wahl 2017
https://www.afd.de/wahlprogramm/

AfD-Programm zur Europawahl 2019
https://www.afd.de/europawahlprogramm/

Man könnte so viel zu diesem Thema schreiben, doch urteilen Sie selbst.

Zeigt sich z.B. in den vom Bundestag in der letzten Woche verabschiedeten Verschärfungen nicht, dass die Populisten die Realität eher erkannt und benannt haben? Wie anders soll man den Kommentar von Eva Quadbeck zum Migrationspakt in der Kölnischen Rundschau am 29.06.19 verstehen, in dem es heißt:
„Die neuen Regeln enthalten Härten, stellen damit aber auch klar, dass sich der Staat nicht länger veräppeln lässt, wenn es um Identitätsfindung und die Frage geht, wer eigentlich bleiben darf.“
Merke: Die Rundschau bestätigt, dass sich der Staat bisher hat veräppeln lassen!
Das aber ist eine Perversion des Rechtsstaats. Dürfen das, was bisher „verboten“ war, jetzt auch Nicht-Populisten sagen?

Freuen wir uns auf eine lebendige Diskussion zwischen guten Katholiken und bösen Populisten.

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